Dienstag, 31. August 2021

Tag 32 und 33: Es geht weiter

Es wir hügelig und vor allem bläst uns wieder ein kalter Wind entgegen. Jeder Kilometer muss erkämpft werden. Die ständigen Steigungen ziehen sich wie Kaugummi und mit dem Wind zusammen kosten sie wieder viel Akku und wir müssen heute schon wieder irgendwo um Strom bitten. In einem Hof stehen Tisch und Stühle und wir wollen fragen ob wir Strom bekommen können und unser Vesper dort einnehmen können. Gerade in dem Moment kommt eine Frau, die sich als Holländerin entpuppt, Bildhauerin ist und hier lebt. Alles kein Problem, wir bekommen Strom und dürfen gemütlich unser Mittagsmahl essen. Der Ort heißt "Ranconcieres" ist wie die meisten Dörfer hier ziemlich "verwaist" Viele Häuser sind dem Verfall preisgegeben, andere wenige sehr schön hergerichtet.

Die restlichen Kilometer geht es weiter auf und ab und immer der kalte Wind bläst uns entgegen. Der Himmel ist auch den ganzen Tag bewölkt, erst am Campingplatz "Montmorency" reißt der Himmel auf und wir werden endlich ein bisschen von der Sonne gewärmt. Am Abend haben wir einen sehr schönen Sonnenuntergang, aber in der Nacht regnet es trotzdem.

Heute morgen gings weiter durchs Hügelland, sehr weit und die Landschaft mit ihren großen Feldern ist wie ausgeräumt. Sie wechselt ab mit Weideland mit vielen "weißen" Rindern und Schafen. Wir kämpfen wieder mit den Steigungen und dem kalten, starken Wind, der uns entgegen bläst. In einem Dorf entdecke ich eine Dorfwirtschaft mit Mittagstisch. Ganz französisch gibt es ein komplettes Menue, auf das wir aber (leider) verzichten, um anschließend noch weiterradeln zu können. Trotzdem war es, das erste warme Mittagessen seit Beginn unserer Tour. Mittags essen wir Brot und manchmal kochen wir abends etwas. Gestern gabs eine Dose Linsen mit Würstchen.

Auch heute müssen wir wieder irgendwo wegen Strom fragen, weil wir den nahegelegenen Campingplatz nicht finden. Sehr nette Menschen geben uns nicht nur Strom, es gibt auch noch ein Stück Mirabellenkuchen und Kaffee dazu.

Wir finden den Campingplatz aber dann doch noch nach Irrfahrten in die Pampa. Und kaum sind wir da scheint auch endlich wieder die Sonne.



Tag 31: Einen Monat unterwegs

Heute, am Sonntag den 29.August sind wir einen Monat unterwegs und es geht weiter. Ich horche ständig auf die Geräusche in meinem Hinterrad und trotz Hoffen und Bangen kommen die Glücksgefühle wieder auf, als wir wieder an der Saone entlang radeln. Weiter geht's am "Canal Champagne de Bourgogne". 

Den Campingplatz, den wir heute erreichen wollen ist ca. 80 km entfernt. Der Weg am Canal entlang ist relativ gut und ich habe immer mehr Hoffnung auch dort anzukommen. Bei fast jeder Schleuse geht es hoch und wieder runter und kostet viel Akku. Nach 74 km sind unsere Akkus fast leer und wir entschließen uns ,den "Campingplatz Domarien" in der Nähe anzusteuern der direkt am Canal liegt. Pech für uns - der ist geschlossen !!! Margreet spricht im Dorf einen Mann an, bittet um Strom , um unsere Akkus etwas zu laden. Gar kein Problem und nach einer Stunde können wir weiterfahren und erreichen doch noch den "Campingplatz La lac in Villegusien" ohne Probleme. Die Nächte werden jetzt immer kälter und auch am Tag haben wir nicht mehr als 20 Grad. Ich kaufe unterwegs eine Wärmflasche um die nächtliche Kälte im Zelt zu überstehen.


Samstag, 28. August 2021

Tag 31: Durchs Weinland Bourgogne nach Poncey leˋs Athe´e

Am Freitag von Beaune gestartet in Richtung Dijon sind wir auf und ab durch wunderschönes Weinland der Bourgogne gefahren. Viel weitläufiger, größer, aber auch noch viel schöner als unsere schöne Pfalz. Beeindruckend sind die vielen Weingüter (Domaine) mit ihren herrschaftlichen Anwesen und Schlössern. Im Schlosshof des Chateau de Savigny sehen wir sogar ein Flugzeug im Schlosshof stehen.

Die Radwege sind hier zumeist gut ausgeschildert, störend ist nur der starke kalte Wind der uns heute wieder zu schaffen macht. Trotzdem ist es ein Genuss diese Landschaft mit dem Rad zu erfahren. 

In Dijon beschließen wir, doch noch weiter zu fahren, müssen aber unsere Akkus erst ein bisschen aufladen um noch weitere 30 km sicher zu schaffen. Wir ändern unsere Meinung , um noch etwas von der historischen Altstadt von Dijon anschauen zu können. Der Campingplatz ist am Rande der Innenstadt und gut zu erreichen. Ein Campingplatz Municipal, billig, aber nicht gut gepflegt. Neben unserem Platz, eine "Hundetoilette" nicht sehr angenehm. Trotz unserer Bitte und der anderer Campern wurden die "Haufen" nicht beseitigt. 

Heute morgen morgen machen wir uns auf den Weg zum 65 km entfernten "Selongey" , um mal wieder ein paar km mehr zu schaffen. In Dijon den richtigen Weg hinaus zu finden gestaltete sich mal wieder etwas schwierig, hat Zeit und km gekostet. Endlich gefunden, knallt mir wieder eine Speiche im Hinterrad. Das ist nun die achte und mir wird es ganz elend zumute. Der Fahrradhändler ist ganz nah, kann es aber erst am Nachmittag reparieren. So "genießen" wir noch mal Sightseeing in Dijon, aber die Frage steht, wie es weiter gehen soll. Eine naheliegende Option wäre, hier in Dijon in den Zug zu steigen und aufzugeben. Das kann ich mir nicht vorstellen, aber wenn es wieder passiert, wird wohl nichts anderes übrig bleiben. Mir ist zum heulen zumute. Wir haben beschlossen heute weiter zu fahren und sind nun in "Ponceˋy les Atheé, auf dem sehr gepflegten und schönen Campingplatz "de Arquebuse" bis morgen und ich hoffe inständig morgen und ohne weitere Pannen weiter fahren zu können.

Donnerstag, 26. August 2021

Tag 26 /27 Chalon

Seit Samstag bis gestern saßen wir nun in "Cluny" fest, es gab keine Werkstatt in der Nähe, die das Problem beheben könnte. Erst ab Dienstag sind Fahrradwerkstätten wieder geöffnet und das in Chalon, 50 km entfernt. Das Netz der Fahrradwerkstätten ist hier nicht sehr engmaschig. Mit dem eierigen Hinterrad und der Ladung war es keine Option dorthin zu radeln. An der Rezeption erfuhren wir, dass wir mitsamt Rad und Gepäck mit dem Linienbus fahren können.

Aber es war auch klar, das Gewicht auf meinem Hinterrad muss entlastet werden. So, haben wir unser beider Gepäck durchforstet um alles unwichtige wieder jemand mitzugeben. Ein holländisches Ehepaar war sofort bereit, aber die fahren erst in drei Wochen nach Hause. Ein VW Bus aus Calw kam und ich bin gleich zu den Leuten um zu fragen, ob sie etwas für mich mitnehmen würden. Sie waren nicht begeistert von dem Gedanken, haben aber dann doch eingewilligt, nach fotografieren meines Ausweises und Visitenkarte von mir. Mir fiel ein Stein vom Herzen, alles gut, dachte ich !!! Am nächsten Morgen um 7 Uhr stand er mit meiner Tasche vor dem Zelt, "tut mir leid, ich habe es mir anders überlegt". Vielleicht vermutete er Drogen in meinem Gepäck ???

Damit nicht genug. Margret hat ein neues Messer gekauft, weil unsere Messer nicht so gut Brot schneidet. Das neue schneidet sehr gut auch in meinen Daumen.... Der ist jetzt mit zwei Stichen wieder zusammengenäht.

Gestern wollten wir dann mit dem Bus nach "Chalon" damit ich mein Rad in die Werkstatt bringen kann. Der Bus kam, wir schnell unser Gepäck eingeladen, dann sagte uns die Busfahrerin, dass sie unsere E-Bikes nicht mitnimmt ??? Nun blieb nur noch Großraumtaxi anrufen, wieder eine Stunde warten, bis es endlich kam. Ein sehr netter junger Mann kam, ruckzuck war alles verladen und der brachte uns nach "Chalon" zum Campingplatz "Du Pont de Bourgogne". Wir haben nur kurz unseren Platz markiert, abgeladen und gleich weiter zur Werkstatt. Dort werden wir enttäuscht, es wird heute nicht fertig werden, zu viel Räder zu reparieren, die vor uns da waren. Mein Rad bleibt dort. Großzügiger, sehr netter Weise gaben sie mir ein nagelneues E-Rennrad als Ersatz, um zum Campingplatz zu kommen. So einen heißen Renner bin ich nie gefahren und mir war es ziemlich mulmig dabei. Sie machen mir einen Kindersattel drauf mit kürzerer Sattelstange, damit ich wenigstens mit den Füßen auf den Boden komme. Irgendwie habe ich es damit geschafft ohne Sturz zurück zum Campingplatz zu kommen. Ich kam mir vor "wie der Affe auf dem Schleifstein" und länger damit zu fahren wäre für mich absolut unvorstellbar.

Heute ist Mittwoch, es ist Nachmittag und wir warten immer noch auf den erlösenden Anruf !


Sonntag, 22. August 2021

Tag 24: Von Cluny nach Cormatin

Bei "Chaney les Macon" erreichen wir endlich wieder einen Radweg und wir können eine ganze Zeitlang entspannt durch eine sehr schöne landwirtschaftlich geprägte Landschaft radeln. Dann wird es wieder hügeliger und es gibt einige Steigungen. Und wir durchfahren wieder einen Tunnel.

Der ehemalige Eisenbahntunnel "de Bois Clair" ist 1,6 km lang und sehr kalt und feucht. Immer wieder bekommen wir ein paar kalte Tropfen ab von oben. Nach einer etwas heftigen Steigung müssen wir erst mal Pause machen. Trotz E-Bike war das doch eine ziemliche Herausforderung. 

Kurz danach wieder eine starke Steigung, oben eine starke Kurve, die ich nicht bekomme und es folgt mein erster Sturz. Es ist nichts schlimmeres passiert, Ein Kratzer und ein blauer Fleck. Das Gepäck hat den Sturz abgemildert. Aber ist wohl noch nicht genug für heute, kurz vor "Cluny" wieder eine Speiche gebrochen und wir suchen mal wieder einen Fahrradladen. Der Fahrradladen hier, verleiht Räder, repariert aber nicht. So begeben wir uns auf den Campingplatz und versuchen hier Hilfe zu bekommen. Margreet fragt sich durch den Platz und ein holländisches Ehepaar bietet uns ihr Auto an, um zum nächsten Decathlon zu kommen. Aber die reparieren nur eigene Räder. 

Der Holländer fragt einen Franzosen, der mit einer großen Triathlongruppe hier ist. Der ist ausgerüstet mit dem nötigen Werkzeug und gemeinsam tauschen sie die gebrochene Speiche aus. Ich bin ganz gerührt über diese Hilfe . Leider ist es damit nicht getan, das Rad muss wieder zentriert werden. Es eiert jetzt und bremst bei jeder Umdrehung. Müssen wohl doch noch zu einem Fahrradhändler um es richten zu lassen.


Aber heute Abend feiern wir erstmal unseren 1000sten km in der Stadt mit einem leckeren Essen und ich gönne mir doch auch mal einen feinen Rosé dazu.

Irgendwie wird es morgen weiter gehen. Eventuell bei Decathlon wohin wir mit dem Zug müssten oder wir müssen noch zwei Tage bleiben. Der Fahrradhändler in Cormatin öffnet erst am Dienstag wieder.