Montag, 13. September 2021

Unser Ziel erreicht!

Wohlbehalten wieder am großen Ziel und zuhause angekommen will ich doch noch zum Abschluss eine kurze Zusammenfassung geben.

Von den Pyrenäen bis Maastricht sind wirinsgesamt 1865 km geradelt, hatten 11 Speichenbrüche, eine Reifenpanne und zum Schluss fast auch noch einen Kettenbruch erlebt. Wir sind mit zwei Wochen Verspätung ans Ziel gelangt. 


An 32 verschiedenen Campingplätzen haben wir unser Zelt auf- und wieder abgebaut. In den letzten Wochen waren die Nächte kalt und feucht. D.h. am Morgen waren die Zelte und das Gras sehr nass, wir mussten auf die Sonne warten, um einpacken zu können. Zwischendurch hatten wir kältere Tage und auch kräftigen kalten Gegenwind, gegen den wir ziemlich zu kämpfen hatten. Vor allem, als wir in den Ausläufern der Vogesen auch noch bei erheblichen Steigungen zu strampeln hatten und unsere Akkus zwischendurch wieder etwas aufladen mussten. Aber wir haben auf unserer gesamten Tour nur einen einzigen Regentag erlebt, der uns am weiterfahren gehindert hat.

Alles in allem haben wir eine außergewöhnliche wunderbare Reise gemacht, die wir ja unter dem Motto "Wir fahren Rad für HOTPEC "unternommen haben. 

Wir sind so vielen Menschen begegnet, die begeistert von unserem Unternehmen waren und von denen viele ihre Unterstützung zugesagt haben. Vor allem die Holländer, die auf allen Campingplätzen reichlich vertreten waren und Margreet mit vielen gleich ins Gespräch gekommen ist. Deutsche Urlauber waren weniger vertreten, deswegen erwarte ich von der Seite keine große Resonanz was Spenden anbetrifft. Aber auch ich habe bis auf einen, alle deutschsprachigen Flyer verteilt und über unser Projekt mit den Menschen gesprochen gesprochen. Bei Margreet sind bis jetzt 760 Euro zusammengekommen, bei uns bisher 225 Euro. Das ist schon ein toller Erfolg meine ich. Sicher wird da auch noch einiges dazukommen. 


Und wir sind gesund und munter wieder nach Hause gekommen, hatten eine wunderbare Zeit, die ich nicht missen möchte !!!

 

Mittwoch, 8. September 2021

Hurra! Wir haben Belgien erreicht!

Tag 42, Mittwoch der 8. September 2021

Unser letzter Abend, unsere vorletzte Etappe mit Ziel Lüttich ist geschafft. Morgen haben wir nur noch wenige Kilometer bis Maastricht und so sehr ich nach Hause möchte, bin ich auch ein wenig wehmütig.

Zweiundvierzig Tage sind es nun gewesen, 11 Speichenbrüche, Reifenpanne und auch vorgestern noch einen Kettenbruch, jeden Tag ein anderer Campingplatz, aber wir haben wunderschöne Gegenden von Frankreich durchradelt, sind vielen interessanten Menschen begegnet und immer wieder Hilfe bekommen wenn wir sie gebraucht haben. Jeder Tag war ein kleines Abenteuer und morgens wussten wir nicht wirklich was uns am Tag erwartet. Wir hatten mit vielen schlechten Wegen zu kämpfen, mit starkem kalten Gegenwind und haben viele Steigungen mit letzter Kraft erkämpft. Aber immer haben wir auch wunderschöne Landschaften, tolle alte Städte, Schlösser, Burgen gesehen. Unglaublich viele wasserreiche Kanäle durchziehen Frankreich, an denen wir zum Teil entlang geradelt sind. Wunderschön der "Canal du Midi". Der Radweg "Via Rhone" und zuletzt konnten wir endlich auf zumeist guten Radwegen der Meuse/Maas folgen. Nach den letzten drei Tage von Givet, über Dinant, mit ihren riesigen Festungen auf dem Felsmassiv, sind wir heute in Lüttich angekommen. Unser Zeltplatz bei Namur letzte Nacht hatte einige Überraschungen für uns bereit. Abseits vom Radweg am Fluss, in den Bergen gelegen, "Campingplatz "La Cascade de Jausse" mussten wir uns über heftige Steigungen erkämpfen um dann vor einem geschlossenen Campingplatz zu stehen, der gerade umgebaut wird. Die Arbeiter dort haben uns erlaubt trotzdem unser Zelt aufzuschlagen. Keine Dusche, aber immerhin Toilette, Warmwasser und Strom zum aufladen und kostenlos war's auch noch . Dafür hat sich meine Schlafunterlage in der Nacht verabschiedet, dreimal aufpumpen, Stöpsel überprüfen, keine Chance, ich habe die Nacht auf dem Boden verbracht.

Heute in Lüttich angekommen, verbringen wir unsere letzte Nacht in der Jugendherberge, bevor wir morgen die letzten 25 km bis Maastricht zu radeln haben.


Montag, 6. September 2021

Tag 34 bis 39: Wir nähern uns unserem Ziel

Heute ist Sonntag der 5. September und wir sind mehr als 5 Wochen unterwegs, haben über 1500 km erradeld und haben noch fast 200 km vor uns bis Maastricht. Das Wetter ist uns wohlgesonnen die letzten 3 Tage, wir haben fast 30 Grad am Mittag und vor allem haben wir nicht mehr den kalten Wind von vorne. Aber jetzt geht es stets weiter bergauf und bergab. Viele Steigungen ziehen sich endlos und wir haben mächtig zu kämpfen um unsere Akkus zu schonen. Und schon wieder ist jetzt eine Speiche (die 10te) gebrochen. Bekommen aber gleich Hilfe, ein Paar, das wir schon vom Campingplatz kennen, ist gerade zur Stelle, als es passiert. Er hat entsprechendes Werkzeug und entfernt die kaputte Speiche und ich kann die 20 km bis zur nächsten Stadt weiterfahren. In Neufchateau ist es dann auch ruckzuck repariert und wir können weiter.

Am Abend erreichen wir "Domremy la Puccelle" den Geburtsort von Jeanne d'Arc. Viel gibt es dort nicht zu sehen, ein Denkmal und ein kleines Museum, das aber geschlossen ist.

Der Campingplatz Municipal ist mal wieder unschlagbar billig, aber entsprechend ist auch die Ausstattung. Mit den "französischen" Toiletten kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Wir lernen eine Frau aus der Eifel kennen, die mit Rucksack und zwei Hunden auf dem Jakobsweg ist. Immer wieder begegnen uns Menschen mit denen wir uns Gespräch kommen. Vorwiegend Holländer, die hier überall stark vertreten sind und sehr gesprächsfreudig sind.

Unser nächster Aufenthalt ist Verdun" um uns dort die historischen Stätten anzuschauen. Einige Kilometer vorher und auch nach Verdun können wir mal wieder schön am Canal entlangfahren, bevor wir weiter bis "St. Mihiel" mit vielen Steigungen zu kämpfen haben und zwischendurch wieder bei einem Hof anhalten und bitten, unsere Akku aufladen zu dürfen. Wir haben es wieder mal sehr nett getroffen, wir bekommen nicht nur Strom, sondern auch noch ein Stück Mirabellentarte serviert. Nach 72 km erreichen wir unseren Campingplatz, können sogar Tisch und Stühle organisieren, um nicht auf dem Boden zu essen. Auf den meisten Plätzen gibt es für die Zelter das leider nicht. Wir kommen wieder mit einem Franzosen ins Gespräch, der auch mit dem Rad unterwegs ist. Nachdem er gehört hat woher wir schon gekommen sind, zieht er mehrfach den Hut vor uns. Wir bekommen viel Anerkennung und die meisten Menschen sind auch sehr interessiert an unserer Aktion, wenn wir ins Gespräch kommen.

Tag 37: Es geht weiter bis "Consevoye", das schon fast in den Ardennen liegt. Ein kleiner Ort, aber mit einem herrlich direkt am Wasser der Meuse gelegenen Campingplatz. Hier teilt sich die Meuse in mehrere Wege und der Campingplatz liegt sozusagen auf einer Insel. Im einzigen Lokal am Ort gönnen wir uns mal wieder ein Abendessen, weil es keinen Laden gibt um etwas einzukaufen.

Die Nacht war jetzt nicht mehr ganz so kalt, die Tagestemperaturen sind weiter über 25 Grad, aber unsere Zelte sind morgens doch sehr nass und es dauert lange bis wir zusammenpacken und losfahren können.

Tag 38: Es geht weiter bis Doucy in den Ardennen, die Steigungen sind jetzt moderater und es ist warm.

Der Campingplatz "Du lac Doucy" ist direkt am See gelegen, aber baden darf man leider nicht. Das Wasser ist verschmutzt von den Unwettern der letzten Wochen.

Tag 39: Drei Kilometer nach Doucy geht es endlich an der Meuse entlang. Der Radweg "Lavoille Vert" ist hundert Kilometer lang bis nach Belgien. In Montherm  ist unser heutiger Campingplatz wieder direkt am Wasser der Meuse gelegen.